aussichtslos

Hoffnung gefüllt

mit Melodien –

wo? Wo nur?

Stille, die gut riecht,

rhythmischen Atem schenkt –

wo? Wo nur?

Ich finde

nur Ketten,

hinter dem Zaun

ist es leblos.

Unter dem Donner,

der meinen Himmel zerpflückt,

verwesen

zerrupfte Blüten

Warum?

Es gibt kein Wohin!

 

©Anke Dittmann

4.11.23

Der Nikolaus, der Nikolaus

 

Der Nikolaus, der Nikolaus,

der Nikolaus, das ist der Klaus.

Er wohnt nebenan im Haus

und teilt gern Geschenke aus.

 

Der Nikolaus, der Nikolaus,

der Nikolaus, der mag den Klaus,

denn er hilft ihm immer aus

beim Schenken von Haus zu Haus.

 

Der Nikolaus, der Nikolaus,

der Nikolaus, der fragt den Klaus,

wer teilt noch Geschenke aus?

Ich schaff es nicht allein, oh Graus!

 

Der Klaus, der Klaus,

der Klaus beruhigt den Nikolaus:

„Ich sag es dir geraderaus`,

jeder ist gern mal Nikolaus.“

 

Da atmet auf der Nikolaus.

So erreicht sein Gruß ja jedes Haus

pünktlich und ohne Saus und Braus!

Und er dankt dem Klaus!

 

Der Nikolaus, der Nikolaus,

der Nikolaus fragt dich wie Klaus,

teilst auch du gern Geschenke aus?

Dann komm mit von Haus zu Haus

und wir feiern alle Nikolaus.

 

© Anke Dittmann 1.2.23

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Tag für Tag

Tag für Tag

Die Welt wird wärmer

die Armen werden ärmer

die Reichen immer reicher

der Permafrost wird weicher

Erdboden wird zu trocken

anderswo fehlen die Schneeflocken

der Meeresspiegel steigt

doch die Politik, die schweigt.

Der Jugend – ungehört –

wird ihre Zukunft so zerstört.

Leben auf andrer Rücken

dass sie sich weit und weiter bücken

bis sie brechen – unheilbar!

                                               ©Anke Dittmann, 5.11.2021

Mein Besuch bei dir

Ich weiß nicht, was ich sagen soll

möchte deine Hand nehmen

Stille aushalten

die Zeit anhalten

und dann übermütig zurückdrehen.

Ich hoffe und glaube

dass du mir wieder

in meinem Zimmer gegenübersitzt

wie gewohnt

bald.

 

Dafür bete ich für dich.

Um Zukunft

 

 

(8.1.2020 für einen Freund,

der es aber leider nicht geschafft hat 9.04.2020)

Stadtrand

magere Hunde

hungrig, ohne Herren

suchen auf der Halde

zwischen Müll

etwas zu fressen

und sie stecken ihre Nasen

in die Asche

knurren resigniert

sie suchen und sie finden nichts

so springen sie über das Gerümpel

beißen in die alten Schuhe

spielen Ball mit Puppenköpfen

bis es dunkel wird

dann schlüpfen sie

durch das Loch im Maschendraht

und ziehen jaulend

über die Gleise bei den alten Güterzügen

und bewohnen

die menschenleeren Gassen

zwischen den Baracken

©Anke Dittmann

Mein Weg

 

Ein Weg

tut sich auf

dabei war doch gerade noch

eine Mauer da

eine Klagemauer

voller Selbstzweifel und Angst

beschrieben mit: „Das schaffst du nie“

und: „Das ist eine Nummer zu groß für dich“,

„Mach‘ dich nicht lächerlich“.

Und nun ist die Mauer

zur Seite geräumt

Stein für Stein

schneller, als ich es mir erträumt habe,

weil einer gesagt hat:

„Ich mag dich“,

„Du schaffst das“,

„Ich stehe dir zur Seite“,

„Versuch‘ es einfach“.

Und ich gehe

an den Steinen vorbei

lasse sie hinter mir

und bin gespannt

neugierig.

Der eröffnete Weg

öffnet mich.

Gott sei Dank.

©Anke Dittmann 25.5.2018

verloren

 

du hast mich überfallen

und besiegt

niedergestreckt

wie ein schweres Fieber

 

krank gemacht

ohne Chance zu gesunden

gefesselt

gelähmt

 

du hast meine Träume besetzt

meine Phantasie beschlagnahmt

mein Herz

an dich gerissen

 

noch im Taumel war ich

da bist du gegangen

verloren habe ich

verloren bin ich

 

©Anke Dittmann

 

Wachstumswahn

wir wollen immer weiter voran

immer mehr, immer mehr haben

wir stoßen mit der Weltwirtschaftsspitze an

disputieren über Ein –und Ausgaben

 

das Wichtigste ist für uns der Export

die gesteigerte Inlandsnachfrage

wir produzieren und produzieren in einem fort

Überkapazitäten treten zutage

 

wohin denn nun mit dem Zuviel?

ob Strom, ob Obst, ob Gemüse

die Frage kommt zu spät ins Spiel

umstritten bleibt jede Analyse

 

wir wollen mehr, als wir brauchen

werden auf Konsum getrimmt

wir wollen im Luxus eintauchen,

egoistisch reißt man alles an sich, nimmt

 

für sich, was eigentlich anderen gehört

statt umzudenken, wollen wir besitzen

so haben wir den Großteil der Erde zerstört

ohne menschlich einander zu nützen.

 

©Anke Dittmann

durchstehen

 

zurück in deine Arme

gefunden

verschwunden

ist der Streit

entzweit

hat er uns nicht

 

angstlos in deine Augen

sehen

geschehen

ist, was verletzt

zuletzt

hat doch die Liebe gesiegt

 

Auseinandersetzungen mit dir

durchstehen

sich eingestehen

dass der andere anders ist

bevor man im Zorn vergisst

was unser Zusammensein gründet

 

Anke Dittmann©

 

der tag fing dunkel an

der tag fing dunkel an

außen und auch innen

ich fand nichts gutes dran

 

dann dachte ich

ich sitze auf einer großen hand

gott schaukelt mich

 

das gefiel mir und tat gut

ich sah das draußen anders

und bekam lust und mut

 

neue fragen stellte ich mir

meine zeit zu nutzen

und sei es nur heut´und hier

 

anregungen entfalteten sich

ein buch, ein besuch, eine idee,

und es wurde hell endlich

 

ich kuschle mich in gottes hand

er tut mir wohl

hat, was ich brauch´, erkannt

 

der tag fing dunkel an

und wurde immer heller

Gott zeigt mir, was ich kann

 

Anke Dittmann ©

 

 

 

 

 

 

 

nicht von Dauer

 

im Sturm

hattest du noch mein Herz erobert

doch

als der Wind sich legte

gefiel mir das alltägliche Wetter

allein besser

 

 

Anke Dittmann©

Gott hat einen Ort für meine Tränen

 

Gott hat einen Ort für meine Tränen.

Er fängt sie auf in einem Krug,

weil er weiß, wonach sie sich sehnen

und das Sammeln ist sehr klug.

 

Kein Schmerz soll umsonst erlitten sein

und keine Träne ist vergebens.

Ich bleibe im Leiden nicht allein,

die Tropfen werden zum Wasser des Lebens.

 

Ausgegossen auf Verdorrtes,

beginnt Verborgenes zu blühn

und wo das Herz sich hat verschlossen,

kann die Hoffnung neu einziehn.

 

Sie stellt Verlorenes nicht wieder her,

aber lässt dem Leiden Kraft entsprießen

so fühle ich mich nicht mehr leer,

mein Lebensfluss kann weiter fließen.

 

Gott hat einen Ort für jede Träne

und ich spür, es tut mir gut,

dass er weiß, wonach ich mich sehne,

und das schenkt mir Lebensmut.

 

 

 

Anke Dittmann, 17.11.2010 ©

Trennung

 

 

Wir sind jetzt auseinander,

„finito“, wie du es sagst.

Du gibst mir die Hand

und wischst mir die Träne weg

mit deiner Linken von meiner Wange.

 

Ich gehe das letzte Mal

den vertrauten Flur entlang

zu der Garderobe und hole

meinen Wintermantel.

Du hilfst mir noch hinein.

 

Während ich meine Tasche von Boden aufhebe,

öffnest du die Außentür.

Kalter Wind bläst in den Straßen.

Keinen Kuss heute – nur die Hand.

Ade… und mach’s gut.

 

Die Tür fällt hinter mir ins Schloss,

und der Wind tut weh im Gesicht.

Ich wende mich fort von hier

und suche hoffnungslos

vergeblich erste Frühlingsblumen.

 

 

©Anke Dittmann

mit den jahren

 

man wird älter

dabei kälter

dabei stumpfer

man wird stiller

leben ohne triller

signale werden dumpfer

 

man wird bequemer

ein bloß-nichts-unternehmer

ein nichts mehr sager

man wird angepasster

neues wird verhasster

spannung im leben mager

 

man wird vergesslich

für alles was grässlich

für alle seine sünden

man ist vergänglich

dem leben anhänglich

aus ungeklärten gründen

 

 

Anke Dittmann ©

hungrig haschen hundert hände

hungrig haschen hundert hände

schwarz und schmuddelig

in tiefe teller aus ton

nahrung zu naschen

weißer reis

und ängstliche augen

kauende kleine kindergesichter

 

betroffen betrachten diese bilder

vom warmen wohnzimmer aus

einige europäer

fühlen verantwortung

ihr herz gerührt

schicken schecks gen süden

geld geben hilft vergessen

 

tausend traurige träume

hohle mägen

große augen

leeres leben im leid

kleine klagende kinder

rufen uns – öffnen münder

und wir stopfen geld hinein

 

Anke Dittmann©

Boden bereiten

 

Schuld bekennen

Fehler nennen

zugefügtes Leid bereuen

Bedenken nicht zerstreuen

um Zwiespälte wissen

gegen falsche Ruhekissen

Entschuldigung sagen

und Last mittragen

Hände reichen

Feindbildern ausweichen

zu lernen gewaltfrei zu streiten

heißt, dem Frieden Boden bereiten

 

Anke Dittmann ©

Befreit

 

manche Menschen machen

lauter lust’ge Sachen

weil sie was verstecken

das soll niemand entdecken

 

hinterm Witz verschlossen

aber unverdrossen

steckt ein Stachel fest

der das Herz nicht verlässt

 

Jahre lachen wir drüber weg

bis er auf einmal sticht

und das Herz uns bricht

der Schmerz kommt an Deck

 

erst Tränen spülen ihn von Bord

im inneren Gewitter

das ist zunächst bitter

doch dann ist er fort

 

und wenn wir dann mal lachen

über lust’ge Sachen

schlägt das Herz befreit.

 

 

Anke Dittmann 15.11.2010 ©

Globalisierung

 

trotz Globalisierung

und Automatisierung

trotz Computerwunder

und aller Welterkunder

trotz Fernsehen rundum

und Technika und-cum

trotz all der Satelliten

die uns alles bieten

hungern Millionen

weil sie nicht dort wohnen

wo wir alles nehmen

ohne uns zu schämen

wo wir nicht wirklich teilen

sondern bei uns verweilen

doch Globalisierung

bedeutet auch Verantwortung.

Anke Dittmann ©

 

Der Tod

 

der Tod , das ist der Sensenmann

ob ich ihn auch als Engel denken kann?

Der kommt, wenn es zuende geht,

mich sanft geleitet, mir zur Seite steht,

auf dem weiteren Weg in die Ewigkeit

geht es sich sicher besser zu zweit,

der auch kommt, wenn Krankheit quält,

wenn der Mensch statt Frieden Krieg gewählt,

der loslassen hilft und erlöst

und dabei behutsam Hoffnung einflößt

der erfülltes Leben trägt und erhält,

weil er weiß, was im Leben wirklich zählt.

Der Tod, der ist kein Sensenmann,

weil ich ihn als Engel erfahren kann.

 

 

Anke Dittmann ©

 

 

zeitgleich

zeitgleich sind

spaß am meer

und dienst im heer

freude am konzert

und trauer, die beschwert

verlieben und verloben

und der waffen toben

sauber und satt

und hungrig und matt

ein Moment hier

verzaubert durch das schöne

und verschreckt dort durch sirenentöne

voll zukunftslust

und dort voll zukunftsfrust

zeitgleich sind

geboren werden

und das ende auf erden

freiheit geniessen

und Menschen erschiessen

freudiges Entdecken

und furchtbares Erschrecken

leben erhalten

und durch Profit erkalten

zwei zeiten zeitgleich

das ist schwer auszuhalten

doch fällt davon abzuschalten

so leicht

weil man nicht ständig vergleicht

aber vergessen sollte ich nicht

das  Leiden hat ein Gesicht

Anke Dittmann ©

DA – der TOD

 

da

ist die angst

wieder

es könnte vor der zeit

zu ende sein

mit dir

mit mir

verloren

so viele pläne

für immer

 

von jetzt auf gleich

schlägt er zu

der TOD

einschläge kommen dichter

 

dabei

mündet er

ins ewige leben

doch davon will die angst

nichts wissen

denn sie bleibt

weil das loch

die lücke schmerzt

–das nicht gelebte–

ein leben lang

 

drum lebe

weil die angst dich lehrt

nichts

zu verschieben

 

Anke Dittmann, 21.12.2008©

Lichtblitzeintrag

 

Frühling im Herbst

weil du gelächelt hast

die Sonnenstrahlen genutzt

mit dir an der Hand

 

als wäre die frische Luft

ein Geschenk

der Rasen nur für uns

die Bank eine Einladung

 

genießen – genießen

leben – lieben

aufblühen

Frühling im Herbst

weil wir sind

 

 

Anke Dittmann, 4.11.2010 ©

Es ist für uns eine Zeit angekommen

 

Es ist für uns eine angekommen.

Es ist angekommen.

Große Freud’!

Für uns!

Für uns eine.

Für uns eine große Freud’.

Angekommen!

Eine Zeit großer Freude!

Ist das angekommen bei uns?

 

 

Anke Dittmann ©

An unsere Schule kam ein Hund

 

An unsere Schule kam ein Hund.

Er kam auf seinem Fahrrad.

Besuchte unsere Klasse und

hatte die Schultasche im Mund.

 

Wir staunten alle gar nicht schlecht,

besonders unser Lehrer.

Ihm war das erst gar nicht recht,

denn der Hund war wirklich echt.

 

Doch freudig wedelte sein Schwanz,

und er suchte sich mit einem Satz

– einen Platz.

 

So begann die Mathestunde

mit Minus, Plus, Malnehmen, Teilen.

Der Hund schrieb mit dem Stift im Munde.

Staunen machte schnell die Runde.

 

Das sollte die Direktorin sehen.

Ein Hund, der schreiben kann und rechnen!

Ihr blieb der Mund dann offen stehen.

Wer konnte so was schon verstehen?

 

Der Hund hieß „Stupsi“ und er blieb

auch in den nächsten Stunden.

Er bellte wenig und war lieb,

rannte beim Sport mit uns die Runden.

 

Selbst in Musik war er begeistert,

heulte im Takt und jaulte,

hat sogar Melodien gemeistert,

so dass die Lehrerin ihn kraulte.

 

Die letzte Stunde war vorüber.

„Stupsi“ stieg traurig auf sein Rad,

und fuhr langsam zum Heimweg rüber,

doch wir riefen: „Komm bald wieder!“

 

 

Anke Dittmann 19.4.2015©

 

 

 

 

 

Ach du liebe Zeit

Ach, du liebe Zeit,

man kann dich vergeuden und totschlagen,

man kann dich vergammeln oder verlieren,

man kann dich verplempern oder verbummeln.

 

Ach, du liebe Zeit,

mal rennst du davon, mal verfliegst du im Nu,

mal wirst du uns geraubt und mal gestohlen,

mal wirst du mir zu lang, mal vergehst du im Flug.

 

Ach, du liebe Zeit,

man kann gegen dich anrennen oder gut in dir liegen,

man kann sich dich um die Ohren schlagen

oder mit dir einen Wettlauf machen,

man kann mit dir gehen oder hinter dir zurück sein.

 

Ach, du liebe Zeit,

du bist Geld oder reif, mit dir kommt Rat

und man kann dich ins Land gehen lassen,

man kann auf dich spielen

und du kannst für oder gegen jemanden arbeiten.

 

Ach, du liebe Zeit,

du heilst Wunden und bist der beste Arzt,

aber für Geld kaufen kann man dich nicht,

und was von dir verloren ist, fängt man nie wieder ein.

 

Ach, du liebe Zeit.

Dabei wissen wir doch: Alles hat seine Zeit

und ist von Gott geschenkte Zeit, von Eile hat er nichts gesagt,

doch wir lassen uns keine Zeit.

 

Wir wollen auf der Höhe von der Zeit sein

und vieles über die Zeit retten,

dabei haben wir oft kaum Zeit, Luft zu holen

und ignorieren den Zahn der Zeit.

 

Wenn uns jemand zu unchristlicher Zeit aufsucht, sind wir verärgert

und wenn uns jemand ärgert, denken wir:

Warte, meine Zeit kommt noch.

Bei all dem ist es nur eine Frage der Zeit,

bis wir unsere Zeit zum Träumen ganz verlieren.

Dabei kommt die Zeit zu jedem, der warten kann.

Doch wir sagen zu oft:  Erst die Arbeit, dann das Vergnügen.

 

Mit der Zeit lernen wir vielleicht mehr und mehr zu sagen:

ich lasse mir viel Zeit oder ich habe sogar alle Zeit der Welt.

Wie gut, dass Gott die Ewigkeit in unser Herz gelegt hat.

 

Anke Dittmann©

 

 

 

 

 

 

 

 

Der Stern von Weihnachten ist…

 

Der Stern von Weihnachten ist…

nicht irgendeiner

nicht allein für dich

nicht allein für mich

nicht nur für die Könige.

 

Der Stern von Weihnachten ist…

am Himmel

vom Himmel

und führt zum Himmel auf Erden

ein Wunder.

 

Der Stern von Weihnachten ist…

eine Erinnerung an etwas unendlich Liebevolles

eine Wegweisung zum Himmel hier und jetzt

etwas, was du nicht verpassen solltest

eine Einladung, sich aufzumachen zu Gott.

 

 

Anke Dittmann 9.12.2015©

 

 

 

 

Wanderratten

 

Auf Beutezug sind sie von Land zu Land,

egal, was es gibt, sie haben angebissen

und, wo es lohnt, skrupellos an sich gerissen,

nicht anonym oder heimlich, sondern erkannt,

zugelassen oder gar offiziell ernannt.

 

Letzte Ressourcen und seltene Erden

Vermaisung und Gensoja pur,

das wollen sie am liebsten nur

oder Eigner des Landes werden,

und die Ratten kommen in Herden.

 

Landausverkauf auf andere Kosten,

derer, die nichts zu beißen haben

zwischen Dreck und Küchenschaben,

Menschenrechte verrosten,

wenn die Ratten kommen und kosten.

 

Zuschauer mit Nutzen sind wir,

egal, die Ratten beißen ja anderswo,

und zu ändern ist nichts – sowieso,

Hauptsache, sie achten unser Revier.

Was schert mich die Zeit nach mir?

 

Deshalb vermehren sich die Ratten,

die nicht mehr durch dunkle Kanäle huschen,

sondern auf edler Etage heiß duschen.

Sie verbreiten sich durch die faulen Satten,

die damit nicht besser sind als Ratten.

 

Anke Dittmann 17.4.2012 ©

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Weite gewinnen

 

Enge

Angst

Angsthase

Angsthasenhaken

Angsthasenhakenschlagen

Angsthasenhakenschlagen lernen

Angsthasenhakenschlagen gelernt haben

Geschafft

durchatmen

lächeln

gewinnen

frei sein

Ich sein

Weite

 

 

Anke Dittmann ©

Dein Abenteuerland

 

Denk dir einmal, du bist verrückt

oder nur einfach tief beglückt,

bist auf ` nem weißen Geisterschiff,

steuerst nah am großen Riff

geschickt um alle Klippen.

 

Denk dir einmal, du bist verrückt

oder nur einfach tief beglückt,

im Zauberwald versteckt,

wo dich die Hexe nicht entdeckt,

willst oben auf den Ästen wippen.

 

Denk dir einmal, das wäre wahr

und du siehst alles sonnenklar,

Indianer stehen im Garten,

wo sie schon auf dich warten.

Du holst noch rasch dein Pferd.

 

Denk dir einmal, das wäre wahr

und du siehst alles sonnenklar,

wie sie die Burg angreifen

und schnell die Pfeile pfeifen.

Die Ritter zücken schon ihr Schwert.

  

Denk nicht, du bist verrückt,

denn du bist wirklich tief beglückt,

siehst du dies in dir sonnenklar

und deine Phantasie wird wahr,

dann steht dir alles offen.

 

Dann reist du in das fernste Land

und bist dort allen wohlbekannt.

Dann wandelst du durch alle Zeiten,

kannst jeden Pfad sicher beschreiten.

Das will ich für dich hoffen.

 

Mal bist du Held und mal geschlagen,

mal satt oder mit Loch im Magen,

mal groß, mal klein,

alles kann sein.

Du hast es in der Hand.

 

Lass dir die Bilder nur nicht nehmen.

Lass dich nicht in vier Wände zähmen.

Tanze nur weiter von Stern zu Stern

und habe die Geschichten gern,

die du in dir erkannt,

dein Abenteuerland.

 

 

Anke Dittmann 3.01.2011 ©

 

 

 

 

 

Bartimäus

 

Blinder Bartimäus einsam am Straßenrand

Wie hast du den Jesus nur so schnell erkannt?

Deine guten Ohren haben ihn wohl gehört

Und mit deinem ganzen Mut hast du dann gestört,

mit voller Stimme aufgeschrien,

als alles schon verloren schien,

weil andere dich zur Ruhe zwangen,

doch Jesus ist nicht fortgegangen,

denn er hat dich wohl gehört,

und fühlte sich gar nicht gestört,

sondern gern gebraucht von dir,

sagte: Schickt Bartimäus zu mir!

Als du dann bei ihm angekommen,

hat er die Augenbinde abgenommen,

und deinen größten Wunsch erfüllt,

die Sehnsucht nach Augenlicht gestillt.

Weil Jesus deinen Glauben sah,

siehst du jetzt wieder alles klar.

Von da an bist du mit ihm gezogen,

bliebst ihm aus Dankbarkeit gewogen.

Diese Begegnung tat dir wirklich gut,

und uns macht sie bis heute Mut.

Nichts muss so bleiben, wie es war,

traue ich dem, was durch Jesus einst geschah.

 

 

 

 

Anke Dittmann ©

 

Unsere Zeit in Gottes Händen

Unsere Zeit steht in Gottes Händen.

Das birgt Fragezeichen,

Unsicherheit,

denn sie liegt nicht in unseren Händen.

 

Zeit ist doch etwas Bewegliches.

Wie kann sie stehen?

Stoppt Gott diese Dimension?

Unvorstellbar, dass es nicht vorangeht.

 

Gut aber, dass sie in etwas steht,

nicht fällt, nicht kippt, nicht zerrinnt.

Geborgen ist sie,

aber ohne neuen Morgen.

 

Noch vergeht meine Zeit.

Ich freue mich auf den neuen Morgen,

bin gespannt auf Entwicklungen,

will meine Zeit füllen.

 

Doch bleibt die Frage:

Wann lässt Gott meine Zeit stehen bleiben?

Und was davon wird Bestand haben in ihm?

Alles? Jeder Tag, jeder Gedanke? Wozu?

 

Unsere Zeit steht in Gottes Händen.

Das birgt wahrlich Fragezeichen.

Und doch tut es mir gut, zu wissen,

dass nicht alles verloren sein wird. Warum?

 

Anke Dittmann, 06.01.2009 ©

ein kind

ein blümelein

so kleine

ein ros

verblüffend gewachsen

aus tot geglaubtem

ein glimmernder docht

aus dem feuer neu entflammt wird

ein licht

im dunkel

 

das ist der kern

von freude

von hoffnung

von wärme

von weihnachten

 

gottes kern uns offenbart

und kleinen

tot geglaubten

glimmenden

im dunkel

 

gottes kern

in ihm ein kind

 

 

Anke Dittmann, 18.12.2008 ©

Ich bin gern Drachenreiter

 

Die hervorgehobenen Wörter haben mir Schülerinnen und Schüler einer dritten Klasse genannt, aus denen dieses Gedicht entstand: 

Im Traum bin ich gern Drachenreiter

und fliege dahin, wo ich will.

Der Drache ist mein Freund, Begleiter,

stimmt mich bei Liebeskummer heiter,

und schweigt beim Angeln mit mir still.

 

Wir reisen zu den Pyramiden,

überfliegen manches Kernkraftwerk,

und wenn wir wieder Pläne schmieden,

dann ohne Uhr, auch ganz in Frieden,

und beobachten alles mit Augenmerk.

 

Im Albtraum dagegen muss ich marschieren

für Volk, Nation und Vaterland,

soll lügen, andere deklassieren

und Patriotismus deklarieren,

als gute Hilfe Hand in Hand.

 

Dann will ich fliehen in andere Welten,

wo keine Erinnerung mich quält,

wo gute Freunde etwas gelten,

wo Eltern Kindern Gutes erzählten

und nicht nur Pflicht im Alltag zählt.

 

Im Liebestraum aber, da weiß ich wieder,

was der Motor meines Herzens ist:

Fußball spielen – und die Vereinsmitglieder

singen im Stadion unsere Fußballlieder,

Fanstimmung, die man nie vergisst.

 

Dann bin ich der beste Fußballer der Welt,

Tischkickerzeiten liegen weit zurück,

mit geht aber nicht nur ums Geld,

ich denk auch an die, denen es fehlt,

und teile mit anderen mein Glück.

 

Doch wenn wir nur durch das Leben rasen,

und kaum Raum bleibt für Phantasie,

wenn wir mit unseren Ressourcen aasen,

nur ackern in allen Lebensphasen

dann schaffen wir unsere Lebenskür nie.

 

Dann werden nur die Albträume wahr,

es verkümmert, was uns am Herzen liegt,

erst am Ende unserer Zeit erkennen wir klar,

was im Leben eigentlich wichtig war,

doch dann hat das Böse schon gesiegt.

 

Die Drachen sind mit dem Bogen erschossen,

die Fußballerträume ausgeträumt,

die Stimmung wird dunkler und verdrossen, wir sind mehr und mehr verschlossen,

und haben unser Leben versäumt.

 

Damit genau das nicht geschieht,

seid doch ein Stück gescheiter,

denn wenn man die Gefahr schon sieht,

und daraus seine Schlüsse zieht,

dann träumt man einfach weiter,

ich bin gern Drachenreiter.

 

 

Anke Dittmann ©

Gedichte schreiben – Geschichten schreiben

Neue Seite – neues Glück

Worte vorwärts, mal zurück

mal geschüttelt – mal gerührt

mal im Herzen aufgespürt

mal vermischt mit Altbekanntem

oder an der Zunge frisch Verbranntem

manchmal gesucht und abgerungen

mal laut und froh herbeigesungen

oft verschüttet und verloren

oder als Botschaft auserkoren

mal zum Trost, mal zum Vergnügen

oder auch einmal zum Rügen

meist nur lesbar – nicht zu hören

mal bescheiden, mal zum Stören.

Worte, die mich mit dir verbinden

sind auf dem Papier zu finden

sind gewachsen zum Gedichte (zur Geschichte)

Buchstaben, die ich anrichte

wie eine Speise, köstlich fein.

sie laden dich zum Lesen ein.

Anke Dittmann 22.12.2008©

Bloggen auf WordPress.com.

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