…und ewig röhrt der Hirsch – Spontantheater

Spontantheater – nicht nur für Junggesellinnenabschied

„…und ewig röhrt der Hirsch“

Vorher schreiben alle lustige oder besinnliche oder nachdenkenswerte Sprüche auf kleine Zettel. Diese werden gefaltet eingesammelt und an den/die Spielleiter/in gegeben.

Der/die Spielleiter/in verteilt die Rollen wie er/sie will.

Für mind. 14 Personen

Publikum: alle übrigen

Vorhang: 2 Personen

Sonne

  1. Bäume: Linda und Birka

Ein Hase

Herbert und Hedwig

Erwin von Hatzematz

Der Hirsch

Elfena

 

Das Publikum wartet vor dem geschlossenen Vorhang sichtlich aufgeregt auf den Beginn der Vorstellung.

Der Vorhang hat sich vor Ihnen postiert und geht auf.

Publikum: AAAAHHH!

Wir sehen eine kleine Waldlichtung mit einer Bank. Dahinter stehen zwei Bäume, die ihre Äste in den Himmel ragen. Es sind die Linde Linda und die Birke Birka.

Die Sonne geht auf und strahlt über das ganze Gesicht.

Birka: Was für ein schöner neuer Tag.

Linda: Alles grünt und blüht.

Birka: Sau bloß die Bank nicht wieder so ein – mit deinem Klebkram.

Linda: Bist ja nur neidisch. – Eine Birke ist ja nur Unkraut.

Birka: Stänkerlinde!

Linda: Birkenhexe!

So war das mit den beiden. Sie wuchsen nebeneinander und stritten sich jeden Tag.

Der Streit hat einen kleinen Hasen geweckt, der nun über die Lichtung hoppelt. Er hoppelt an der Bank vorbei bis zur Birke.  Dort lehnt er sich an den Stamm und kaut seine Wurzel. Die Bäume streiten weiter.

Birka: Dich soll die Motorsäge treffen!

Linda: Selber! – Du bist doch die, die hier alles eindreckt!

Dem Hasen wird das zu bunt und er sagt salbungsvoll:

Hase: Haltet ein! – Hört lieber auf meine weisen Worte: ZETTEL

Linda: Ich werfe gleich einen Ast auf deine langen Ohren.

Der Hase lacht nur.

In diesem Moment kommen Herbert und Hedwig auf die Lichtung. Sie gehen Hand in Hand. Ihr Ziel ist die Bank auf der Lichtung.

Hedwig: Liebling, – was für eine schöne Idee – an unserem 50.Hochzeitstag wieder hierher zu kommen.

Herbert: Ja – hier haben wir uns – zum ersten Mal geküsst.

Publikum: Oh!!!

Sie setzen sich und himmeln sich an.

Herbert: Die beiden Bäume waren damals auch schon da.

Hedwig: Aber die Birke war noch ganz klein.

Linda: So viel größer ist sie jetzt auch nicht.

Birka: Halt die Klappe!

Herbert: Liebes – so viele schöne Jahre hatten wir – darum möchte ich dir sagen: ZETTEL.

Hedwig ist beeindruckt und möchte natürlich nicht zurückstehen.

Hedwig: Danke, Schatzimausi, – und diese Worte sollen dir für immer gelten: ZETTEL

Während sich beide weiter anhimmeln, ist hinten im Wald der Hirsch zu hören. Er röhrt unverkennbar und zeigt sein Geweih.

Das lockt den Jäger Erwin von Hatzematz auf den Plan. Mit angelegtem Gewehr erscheint er auf der Lichtung. Mit seinen 95 Jahren ist er ein erfahrener Jäger. Bloß die Augen machen nicht mehr so mit. Er fuchtelt mit dem Gewehr herum. Hedwig und Herbert merken nichts, sie sind in sich vertieft.

Erwin zum Hirsch: Dich kriege ich!

Beim nächsten Röhren des Hirsches fällt der Schuss.

Publikum: BUMM!

Der Hase springt hinter die Birke.

Die Sonne hört auf zu strahlen.

Die Kugel trifft Linda…

Linda: Aua!

… und wird abgefälscht. So trifft sie Herbert von hinten ins Herz.

Er sackt urplötzlich zusammen. Hedwig schreit auf.

Hedwig: Herbert, was ist?

Sie umgreift ihn, um ihn aufzufangen und entdeckt das Blut am Rücken. Sie schreit nun noch lauter.

Erwin von Hatzematz kann zwar nicht sehen, aber gut hören. Er kommt sofort angelaufen.

Erwin: Was ist geschehen? – Kann ich helfen?

Hedwig bringt kein Wort heraus. Erwin greift dem Gefallenen unter die Arme und erkennt sofort, was geschehen ist.

Erwin: Oh Waidmanns Unheil!

Im Hintergrund röhrt der Hirsch. Und ruft dem Jäger zu:

Hirsch: ZETTEL

Erwin: Dich krieg ich noch.

Hedwig kommt wieder zur Besinnung.

Hedwig: Ich rufe den Notarzt.

Sie zückt ihr Handy und drückt darauf rum.

Hedwig: Scheiße, kein Empfang.

Erwin legt Herbert vorsichtig ins Gras.

Erwin: Es tut mir so leid!

Hedwig zum Jäger: Sie waren das! Na Warte!

Hedwig schnappt sich das Gewehr und schlägt es dem Jäger auf den Kopf. Erwin bricht nun auch zusammen.

Hedwig hält Herbert im Arm.

Hedwig: Herbert, bleibe bei mir.

Noch einmal öffnet Herbert die Augen und sagt mit letzter Kraft:

Herbert: ZETTEL

Diese weltbewegende Botschaft bringt Hedwig auf die Idee, um Hilfe zu rufen.

Hedwig: Hilfe!

Publikum: Herbert, – halte durch!

Tatsächlich bleibt ihr Ruf nicht ungehört. Elfena, die Oberwaldelfe erscheint mit edlem Gewand.

Elfena: Du, Hedwig, – hast den Jäger niedergestreckt. – Darum will ich dir helfen.

Hedwig: Ich tue alles, was du willst – für meinen Herbert.

Elfena: Ich weiß. – Wir tauschen seine Seele – gegen die des Jägers.

Beschwörend legt Elfena beiden Gefallenen die Hände auf. Jetzt fehlt nur noch der Zauberspruch.

Elfena: ZETTEL – Nach diesem Spruche sei´s geschehen, – des Jägers Tod ist Herberts Leben.

Alle Lebenskraft entweicht dem Jäger und Herbert kommt nach ein paar sanften Schlägen auf die Wange wieder zu sich. Die Wunde ist verheilt.

Das Publikum jubelt.

Die Sonne strahlt wieder.

Herbert: Was ist geschehen?

Hedwig: Ein Wunder! – Lass uns schnell gehen. – Dieser Wald ist verzaubert.

Bevor Herbert protestieren kann, zieht Hedwig ihn von der Lichtung. Bloß weg vom toten Jäger.

Nun trauen sich aber der Hirsch und der Hase näher heran.

Hirsch: Auf Elfena ist Verlass.

Hase: Das ist aber schon – der dritte tote Jäger diese Woche.

Hirsch: Mir soll es recht sein!

Beide gehen nebeneinander von der Lichtung.

Linda: Auf unserer Lichtung ist immer was los!

Birka: Nur mit dir hier wäre es ja auch stinklangweilig.

Linda: Fängst du schon wieder an?! – Ich sage es dir jetzt zum letzten Mal: ZETTEL

Jetzt hat selbst die Sonne genug und geht unter. Was für ein Tag.

Der Vorhang schließt sich.

Publikum: Applaus

 

Anke Dittmann©

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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