Wer soll die frohe Botschaft zuerst hören?

 

Gott gab dem Engel der Verkündigung den Auftrag, die Geburt seines Sohnes auf Erden bekannt zu machen, damit Josef und Maria im Stall Besuche bekommen können, der ihnen Zuspruch gibt. Doch wem er die Botschaft bringen sollte, sagte Gott nicht.

Der Verkündigungsengel überlegte: „Wenn ich es Herodes verkündige, ist das für Jesus der sichere Tod. Wenn ich es den reichen Händlern und Zöllnern sage, werden sie mir nicht zuhören, da sie mit ihren Geschäften beschäftigt sind. Wenn ich es den Alten sage, können sie sich doch nicht im Dunkeln auf den Weg machen. Wenn ich es den Kindern sage, wird ihnen keiner glauben, wenn sie davon erzählen. Wenn ich es den Frauen erzähle, glaubt ihnen auch niemand, das werden sie später Ostern noch erfahren. Wenn ich es den Pharisäern und Schriftgelehrten sage, werden sie erst den Hohen Rat einberufen, Sitzungen abhalten, in den Schriften forschen, Streitgespräche führen, bis sie sich viel zu spät aufmachen zum Stall. Wenn ich es den Kranken sage, erfahren sie Trost, aber sie können Josef und Maria nicht aufsuchen. Wer hat noch Muße, Gottes Wort zuzuhören und Respekt vor der Botschaft Gottes? Wer macht sich nachts auf in einen Stall, um ein Kind zu sehen? Und wer kommt viel herum und kann es überall erzählen?“

Noch während der Engel überlegte, stieß ihn eine Schäfchenwolke an. Da wusste der Engel, wer geeignet war für diese Botschaft.

„Ich bin bereit, auf die Erde zu gehen“, sagte der Engel zu Gott, „Ich bringe die Botschaft den Hirten, sie sind aufmerksam und fähig, Verantwortung zu tragen. Sie halten sich nicht selbst für wichtig, sondern werden zuhören, sich aufmachen und mit dem Herzen verstehen. Sie werden auch weitersagen, was sie erlebt haben, heute und morgen und überall, wohin sie weiterziehen.“

Gott lächelte. „Eine gute Wahl für meinen Sohn, der den Menschen zum guten Hirten wird“, sagte er.

Und siehe, Gottes Engel trat zu den Hirten und die Klarheit Gottes leuchtete um sie und sie fürchteten sich sehr. Doch der Engel sprach zu ihnen: „Fürchtet euch nicht. Siehe ich verkündige euch eine große Freude, die allem Volk widerfahren wird. Denn euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus, Gottes Sohn.“

Die Hirten hörten hin und suchten eilend den neuen Hirten der Menschen auf. Und sie erzählten weiter, was der Engel ihnen verkündigt hatte, Josef und Maria und jedem, den sie trafen.

 

Ich frage mich, wäre Christus heute geboren, wem hätte es der Engel wohl verkündigt?

 

Anke Dittmann ©

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